SIM-Karten & ihre Formate

Die SIM-Karte – Eine Geschichte von der Scheckkartengröße zur Unsichtbarkeit

Mit dem Erscheinen der Mobiltelefone kamen auch die SIM-Karten auf den Schirm. Und wie die Handys entwickelten sich auch diese immer weiter. Die einstige Scheckkartengröße wirkt heute wie ein rudimentäres Relikt aus vergangenen Tagen, die die jüngeren Semester schon gar nicht mehr kennen. Denn dass die kleine, mobile Zweitidentität inzwischen in etwa die Fläche eines kleinen Fingernagels besitzt (und diese gar unterbietet), ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Doch in diesen Zeiten, in denen Stillstand stets als Rückschritt propagiert wird, schickt sich Apple einmal mehr an, die Mobilfunkbranche mit der „Embedded-SIM“ mitzuprägen. Ein guter Zeitpunkt also, die Entwicklung des kleinen Chips unter die Lupe zu nehmen.

Aller Anfang ist groß

So verlief jedenfalls die Entwicklung im Mobilfunk. Denn auch wenn heutzutage nur noch zwischen den drei Größen Mini, Micro und Nano unterschieden wird, hatte doch alles seinen Anfang mit der Full-size SIM. Diese ursprünglich auch als Standard-SIM bezeichnete kreditkartengroße Chipkarte erschien erstmals 1991. Seither gleich geblieben ist der kleine, goldene Chip, auf dem sich die hauptsächlichen Funktionen und Kontakte der SIM-Karte befinden. Full-size mag heute nicht mehr angesagt oder gar ökonomisch sein, jedoch spielte die Größe zum Markteintritt in Anbetracht der Optik damaliger Mobiltelefone eine untergeordnete Rolle. Im Zuge dessen jedoch, dass die Handys von Nokia, Samsung, HTC und Co. Ende der 90er bis Mitte der 2000er den Schritt zur Kompaktheit konsequent fortsetzten, bis schließlich die Smartphones mit dem Erscheinen des iPhone 2007 den Markt umkrempelten, galt es, die SIM einer Generalüberholung zu unterziehen. Folglich wurde die SIM kleiner, um dem technologischen Fortschritt Rechnung zu tragen.

GSM oder USIM – Hauptsache SIM

Dies äußerte sich dann in der Mini-SIM. Mit den Maßen 25 x 15 mm ist sie kleiner als eine Briefmarke und gilt heute als Klassik– oder Standard-SIM. Der Wechsel auf das kleinere SIM-Format wurde auch damit vorangetrieben, dass man die ausgestanzten Full-size-SIMs leicht herausbrechen und als Mini-SIM verwenden konnte. Verwirrung gab es hingegen, als die in Form und Größe gleiche „USIM“ auf den Markt kam, die seinem zum Verwechseln ähnlichen Konkurrenten voraus hatte, mit dem UMTS-Netz kompatibel zu sein, wohingegen die bis dato bekannte Mini-SIM nur auf den GSM-Standard zurückgriff. Da die Mini-SIM in der gemeinen Bevölkerung jedoch nur als SIM-Karte bekannt war, und man in der Regel (zumindest im Sprachgebrauch) nicht zwischen GSM und USIM unterschied, wurde die Verwirrung zunehmend größer.

Weniger Verwirrung um UMTS gab es bei der Markteinführung der Micro-SIM im Jahr 2010, die eng im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des iPads genannt werden muss, da dieses erstmals ein solches Format voraussetzte. Heute ist die Micro-SIM neben der Mini-SIM die weitverbreitetste. Die Größe der 3FF-SIM (Third-Form-Factor), also die dritte offiziell genormte SIM-Karte, wurde noch einmal deutlich reduziert. So betragen die Maße des kleinen Chips 15 x 12 mm. Wie bei der Mini-SIM ist es auch bei dem Nachfolger möglich, sich aus dem Vorgänger ein aktuelles SIM-Modell zu stanzen bzw zu schneiden. Bei Bedarf kann auch der jeweilige Provider die SIM-Karte gegen ein aktuelles Modell austauschen.

Der 73 Kubikmillimeter große Nachfolger, die Nano-SIM, wird analog der Veröffentlichung der Micro-SIM mit einem Apple-Gerät konnotiert – dem iPhone 5. Besonders dabei ist, dass die 4FF-SIM erstmals in der Entwicklung der SIM-Karte schlanker wurde. Die mit den Maßen 12,3 x 8,8 x 0,67 mm daherkommende Nano-SIM ist im Vergleich zum Vorgänger 40 Prozent kleiner, kann jedoch wie die Vorgänger selbst aus dem Vorgänger gestanzt werden. Ebenso bemerkenswert ist, dass vor dem Markteintritt noch ein Rechtsstreit herrschte, ob denn der Standard von Nokia oder von Apple rechtlich Zuspruch erhalten würde. Im Juni 2012 wurde dann zu Gunsten des Designs Apples entschieden. Weitere Mobilgeräte neben denen Apples (seit Release des iPhone 5), die auf das Nano-Format setzen, sind unter anderem das Nokia Lumia 1520, das HTC One M8 und das Motorola Moto X.

Schleichender Weg in die Unabhängigkeit

Kommt die Embedde-SIM aka Software SIM?

Als kürzlich die neuen iPad-Modelle vorgestellt wurden, wurde der nächste Schritt in der Entwicklung der SIM vorgestellt. Oder besser gesagt, der nächste Schritt, wenn es nach Apple geht.
Seit jeher steht Apple mit seinem mobilen Betriebssystem iOS für Geschlossenheit. Erweiterbare Speicherkapazität mittels SD-Karte wurde lange Zeit gefordert, bis klar wurde, dass Apple dieser Bitte nicht nachkommen würde. Da verwundert es nicht, dass das Unternehmen aus Cupertino sich nun auch der letzten, externen Hardware entledigen möchte: Die Rede ist von der Embedded-SIM. Mit dieser, in den Geräten fest implementierten SIM ist es möglich, kurzfristige Mobilfunktarife zu buchen, ohne sich vertraglich binden zu müssen – Und das über die Ländergrenzen hinaus. So ist es mit den Geräten in den USA respektive Großbritannien möglich, während einer Reise in das jeweils andere Land kurzfristige Tarife zu buchen, ohne die SIM-Karte zu wechseln.
Einerseits mag das dem Verbraucher entgegen kommen, der sich auf diesem Weg weniger Alltagsbanalitäten widmen muss, die mit einer klassischen SIM einhergehen. Andererseits sehen die Provider mit dieser kleinen, aber nicht zu unterschätzenden „Revolution“ insbesondere eines: Verluste. Daher ist auch noch niemand bereit, vom bisher gängigen Modell mit festen, häufig vertraglich gebundenen Tarifen abzulassen. Es wird spannend zu beobachten sein, ob sich die neue SIM durchsetzen wird. Blickt man auf die Elektronik-Geschichte der letzten Jahre zurück, so wäre es zumindest nicht das erste Mal, dass sich der kalifornische Technikriese durchsetzt.

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